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REVOLUTION E · Externe Praxisstudie

Weckermann: Energieversorgung als unternehmerische Entscheidung.

AWVision23 verbindet Photovoltaik, Batteriespeicher, Wasserstoff und Wärmenutzung am Produktionsstandort der August Weckermann KG in Eisenbach. Frank Hummel besichtigte das System am 19. März. Es zeigt, wie eng Energiearchitektur, Standortstrategie und Betrieb zusammengehören.

Fotos: Frank Hummel · Fachbesuch am 19. März

August Weckermann KG in Eisenbach im Hochschwarzwald – eigenes Foto vom Fachbesuch.
August Weckermann KG in Eisenbach im Hochschwarzwald – eigenes Foto vom Fachbesuch.
Photovoltaik · Dach und Freifläche
2.700 kWp
Batteriespeicher · 1.700 kW Leistung
3.400 kWh
Elektrolyse · Stackleistung
300 kW
Brennstoffzelle · elektrisch
80 kW

Anlagendaten laut aktueller Betreiber-Projektseite, geprüft am 13. Oktober 2026. Die Betreiberseite nennt 2.835.000 kWh PV-Erzeugung pro Jahr. Diese Angaben wurden von der HSG nicht messtechnisch geprüft. [1]

Energie ist Teil der Standortstrategie

Beim Aufbau eines neuen Produktionsstandorts entsteht die Chance, Erzeugung, Lasten und Speicher gemeinsam zu planen. Weckermann beschreibt Standortsicherung, stabile Energiekosten und eine zukunftsfähige Produktion als Ziele von AWVision23. Die Projektidee entstand 2021; das Unternehmen nennt 2025 als Fertigstellungsjahr.

Aus unternehmerischer Sicht geht es um die Fähigkeit, Energie dann bereitzustellen, wenn die Produktion sie benötigt. Der Nutzen entsteht im Zusammenspiel von Lastprofil, eigener Erzeugung, zeitlicher Verschiebung und thermischer Nutzung. Die Organisation des laufenden Betriebs ist deshalb Teil der Investitionsentscheidung.

[1]

Erzeugung, Speicherung und Wärme im Verbund

Die Komponenten übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Ihr Zusammenspiel macht das System für produzierende Unternehmen interessant.

PV-Freiflächenanlage bei August Weckermann in Eisenbach
Freiflächen-PV am Bergstandort · Foto: Frank Hummel

Photovoltaik: Erzeugung am Standort

700 kWp auf dem Dach und 2.000 kWp auf der Freifläche bilden die Erzeugungsbasis. Die aktuelle Betreiberseite nennt 2.835.000 kWh Jahreserzeugung. Die zeitliche Verteilung dieser Energie entscheidet über Direktverbrauch und Speicherbedarf. [1]

Batteriespeicher-Container am Standort von August Weckermann
Kurzzeitspeicher im Energiesystem · Foto: Frank Hummel

Batterie: Flexibilität über Stunden

3.400 kWh Speicherkapazität und 1.700 kW Be- und Entladeleistung ermöglichen eine zeitliche Verschiebung von Solarstrom. Der Betreiber beschreibt den Tag-Nacht-Versatz als wesentliche Aufgabe. Welche Lastspitzen wirtschaftlich vermieden werden, hängt vom tatsächlichen Lastprofil und Tarif ab. [1]

Wasserstoffspeicher der Anlage AWVision23 bei August Weckermann
Wasserstoffspeicherung für die spätere Nutzung · Foto: Frank Hummel

Wasserstoff: Speicherung über längere Zeiträume

Ein Elektrolyseur mit 300 kW Stackleistung erzeugt Wasserstoff aus aufbereitetem Regenwasser. Der Betreiber nennt eine Gesamtspeicherkapazität von 1,4 Tonnen Wasserstoff in vier Einheiten. Eine Brennstoffzelle mit 80 kW elektrischer Leistung wandelt ihn bei Bedarf in Strom um; die entstehende Wärme wird ins Heizungsnetz eingebunden. [1]

Technik im Elektrolyseur bei August Weckermann
Einblick in die Elektrolysetechnik · Foto: Frank Hummel

Wärme: Abwärme im Betrieb nutzen

Wärmerückgewinnung und Wärmepumpen ergänzen die elektrische Versorgung. Der Besuchsbericht beschreibt die Nutzung von Abwärme aus Maschinen und weiteren Systemkomponenten. Für einen eigenen Standort sind benötigte Temperaturniveaus und Nutzungszeiten getrennt zu prüfen, besonders bei Prozesswärme. [3]

Wirtschaftliche Einordnung

Der Business Case beginnt beim Gesamtbetrieb

Die veröffentlichten Investitionsdaten zeigen die Größenordnung des Projekts. Sie bilden die Grundlage für eine transparente Einordnung der Kapitalbindung. Eine vollständige Renditeberechnung braucht zusätzlich die tatsächlichen Betriebskosten und Zahlungsströme.

Veröffentlichte Projektinvestition
8,0 Mio. €
Genannte Fördermittel des Landes BW
2,5 Mio. €
Rechnerischer Investitionsanteil nach Förderung
5,5 Mio. €

Rechnung: 8,0 Mio. € Investition − 2,5 Mio. € Förderung = 5,5 Mio. €. Die Differenz beschreibt keine bestätigte Eigenkapitalquote. Finanzierung, Förderauszahlung, steuerliche Behandlung und Lebenszykluskosten sind darin nicht abgebildet. Investition und Förderung werden vom Betreiber und im H2-Wandel-Besuchsbericht genannt. [1] [3]

Energiekosten und Eigenversorgung

Der Betreiber nennt aktuell rund 90 % Deckung seines Strombedarfs aus eigener Versorgung. Das ist eine Unternehmensangabe zur Stromversorgung. Für die wirtschaftliche Bewertung zählen vermiedene Bezugskosten, Restbezug, Speicherverluste und tatsächliche Einspeiseerlöse. [2]

Flexibilität und Betriebskosten

Batterie und Wasserstoff decken unterschiedliche Zeiträume ab. Wartung, Wirkungsgrade, Ersatzinvestitionen und das thermische Nutzungspotenzial gehören gemeinsam in den Lebenszyklusvergleich. Fördermittel werden als eigener Bestandteil transparent gerechnet.

Resilienz und Standortqualität

Versorgungssicherheit und Planbarkeit sind strategisch relevant. Ein belastbarer Resilienz-Business-Case bewertet kritische Produktionslasten, Umschaltfähigkeit und vermiedene Ausfallkosten anhand nachgewiesener Betriebsdaten.

Was ich für REVOLUTION E mitnehme

Mich überzeugt an Weckermann die Konsequenz, mit der Energieversorgung und Produktion gemeinsam entwickelt werden. Eine Führung, die den Standort langfristig denkt, schafft die Grundlage für ein solches System. Das ist für mich eine unternehmerische Aufgabe mit technischer Umsetzung.

Für REVOLUTION E steht dahinter eine klare Arbeitslogik: Entscheidung klären, Business Case rechnen und Umsetzung orchestrieren. Welche Kombination aus PV, Batterie, Wärme und Mobilität wirtschaftlich passt, ergibt sich aus realen Standortdaten. Wasserstoff ist dabei eine projektspezifische Option für passende Anforderungen an Speicherung und Nutzung.

Frank Hummel · Unternehmerischer Sparringspartner für Transformation und Energie

Quellen und Datenstand

Besuch: 19. März. Quellenprüfung: 13. Oktober 2026. Technische und finanzielle Kennzahlen sind veröffentlichte Betreiberangaben, ergänzt um den Exkursionsbericht. Die Studie ist eine unternehmerische Einordnung eines externen Projekts und keine technische Abnahme oder Wirtschaftlichkeitsprüfung des Betreibers.

  1. August Weckermann KG: AWVision23 – Konzept, Komponenten und Projektkennzahlen
  2. August Weckermann KG: aktuelle Unternehmensangabe zur Eigenstromdeckung
  3. H2-Wandel: Exkursionsbericht zu August Weckermann
Zum persönlichen Besuchsbericht

Die Energieentscheidung für Ihren Standort klären

Mit realen Standortdaten entsteht eine belastbare Grundlage für Investition und Umsetzung. Die All-Electric Standortanalyse verbindet Strom, Wärme, Prozesswärme und Mobilität mit einer nachvollziehbaren wirtschaftlichen Bewertung.