Case StudyAnonymisiert

Rein-Elektrisches Quartier:

3–5,5 Mio. EUR CAPEX-Einsparung

Ein historisches Industrieareal an einem süddeutschen Fluss wird zum zukunftsweisenden Mischquartier — mit einem radikal vereinfachten Energiekonzept, das Millionen spart.

Arealfläche

Historisches Industrieareal

Gesamtleistungsbedarf

ca. 5 MW

CAPEX-Einsparung

3–5,5 Mio. EUR

Eigenerzeugung

bis 4.500 MWh/a

Ausgangslage

Ein Industriedenkmal vor dem Neustart

Das in den 1860er-Jahren errichtete Industrieareal liegt direkt an einem süddeutschen Fluss. Bis 2020 wurde hier noch produziert — danach stand der Standort vor einer grundlegenden Neuausrichtung: Ein zukunftsgerichtetes Mischquartier zum Wohnen und Arbeiten, mit Bereichen für Gastronomie, Kultur und Handel. Das Projekt wurde als offizielles Vorhaben für ein überregionales Architektur- und Bauausstellungsprogramm ausgewählt.

Die bestehende Stromversorgung war durch vier Spannungsebenen (10 / 5 / 0,5 / 0,4 kV) und drei Wasserkraftturbinen extrem komplex. Die Dokumentation war nur fragmentarisch vorhanden, viele Anlagenteile hatten ihre Lebensdauergrenze erreicht oder deutlich überschritten. An einigen Stellen waren Sofortmaßnahmen notwendig.

Historic industrial quarter
Herausforderung

Das konventionelle Konzept: teuer und komplex

Ein externes Planungsbüro erstellte ein umfassendes Stromversorgungskonzept. Der Gesamtleistungsbedarf lag bei ca. 5 MW (mit Gleichzeitigkeit ca. 4,2 MW). Die größten Anteile entfielen auf die Ladeinfrastruktur (2,1 MW) und eine zentrale Großwärmepumpe (1,2 MW). Allein die Grobkosten für das Energieverteilungsnetz beliefen sich auf ca. 4 Mio. EUR.

Konventionelle Netzkosten

Bauliche Infrastruktur1.414.400 €
Niederspannungshauptverteiler1.154.500 €
Mittelspannungsschaltanlagen507.000 €
Transformatoren351.000 €
Verteilnetz & Erdung532.200 €
Gesamt Netzinfrastrukturca. 4 Mio. EUR
Der FHC-Ansatz

Radikal vereinfacht: Rein-Elektrisch ohne zentrale Wärmepumpe

Frank Hummel Consulting analysierte das bestehende Konzept und entwickelte einen alternativen Ansatz: Rein-Elektrisch — ohne die kostenintensive zentrale Großwärmepumpe mit ihrem aufwendigen Wärmeverteilnetz.

Infrarot-Heizung statt zentrale WP

Moderne Infrarot-Paneele ersetzen die zentrale Großwärmepumpe. Kein Wärmeverteilnetz, keine Übergabestationen, keine Fußbodenheizung — CAPEX-Reduktion 60–80 % gegenüber dem konventionellen Ansatz.

Dezentrale Warmwasserbereitung

Durchlauferhitzer und kleine Wärmepumpen-Boiler statt zentraler Warmwasserversorgung. Jede Einheit autark, kein Legionellenrisiko, minimaler Installationsaufwand.

Realistische Ladeinfrastruktur

Statt der überdimensionierten 2.100 kW werden 300–500 kW realistisch dimensioniert — basierend auf tatsächlichem Nutzungsverhalten und intelligentem Lastmanagement.

Eigenerzeugung

Wasserkraft und Photovoltaik: Zwei Quellen, ein Ziel

Das Areal verfügt über drei bestehende Wasserkraftturbinen mit einer Gesamtleistung von 776 kW und einer jährlichen Erzeugung von rund 2.500 MWh. Ergänzt durch Photovoltaik-Anlagen mit 800 kWp (ausbaufähig auf 2.000 kWp) ergibt sich ein komplementäres Erzeugungsprofil: Die Wasserkraft liefert konstant, die PV ergänzt in den Sommermonaten.

Bei einer Eigenstromquote von über 70 % liegt der gemittelte Strommix bei 8–11 ct/kWh — ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber dem reinen Netzbezug und die Grundlage für ein attraktives Energie-Flatrate-Modell für Mieter.

Energy flow diagram
Wasserkraft

776 kW

ca. 2.500 MWh/a

3 Turbinen, bestehend

Photovoltaik

800–2.000 kWp

ca. 800–2.000 MWh/a

Dach + optional Freifläche

Gesamterzeugung

bis 4.500 MWh/a

Strommix-Kosten

8–11 ct/kWh

Wirtschaftlichkeit

Die Zahlen sprechen für sich

Der rein-elektrische Ansatz spart nicht nur bei der Erstinvestition, sondern auch im laufenden Betrieb. Die Einsparungen verteilen sich auf mehrere Bereiche:

CAPEX-Einsparungen im Detail

Zentrale Wärmepumpe (entfällt)+1,5–2,5 Mio. €
Wärmeverteilnetz (entfällt)+0,8–1,5 Mio. €
Übergabestationen & FBH (entfällt)+0,5–1,0 Mio. €
Netzinfrastruktur (reduziert)+1,0–1,5 Mio. €

Neue Investitionen

Infrarot-Paneele + Montage-0,3–0,5 Mio. €
Dezentrale Warmwasser-0,2–0,4 Mio. €

Netto-CAPEX-Einsparung

3–5,5 Mio. EUR

Wirtschaftlichkeit: CAPEX

OPEX-Einsparung pro Jahr

50.000–120.000 EUR

Wirtschaftlichkeit: OPEX

Investoren-Perspektive

Warum Investoren profitieren

Weniger Technikflächen

Ohne zentrale Wärmepumpe und Wärmeverteilnetz entfallen große Technikräume. Diese Flächen werden zu vermietbarer Nutzfläche — ein direkter Mehrwert für den Investor.

Schnellere Vermietbarkeit

Infrarot-Paneele und dezentrale Warmwasser sind in Wochen statt Monaten installiert. Das Quartier wird schneller bezugsfertig, die Mieteinnahmen fließen früher.

Energie-Flatrate-Modell

Mit einem Strommix von 8–11 ct/kWh und über 70 % Eigenstromquote lässt sich ein attraktives Flatrate-Modell für Mieter anbieten — ein USP gegenüber konventionellen Quartieren.

Schnellerer ROI

Geringere Anfangsinvestition + niedrigere Betriebskosten + schnellere Vermietung = deutlich kürzere Amortisationszeit. Der Break-Even wird Jahre früher erreicht.

Ergebnis

Übertragbare Erkenntnisse

Dieses Projekt zeigt exemplarisch, wie der rein-elektrische Ansatz bei Quartierskonversionen funktioniert. Die Kernthesen sind auf vergleichbare Vorhaben übertragbar:

Zentrale Wärmepumpen sind bei Quartieren mit Eigenerzeugung oft überdimensioniert und unwirtschaftlich.

Infrarot-Heizung in Kombination mit gut gedämmten Gebäuden ist eine ernstzunehmende Alternative — nicht nur im Neubau.

Ladeinfrastruktur wird regelmäßig um den Faktor 4–7x überdimensioniert. Intelligentes Lastmanagement reduziert den Netzausbau drastisch.

Wasserkraft und PV ergänzen sich saisonal ideal — die Kombination maximiert die Eigenstromquote.

Der Unternehmer-für-Unternehmer-Ansatz hinterfragt Planungsbüro-Konzepte aus der Investoren-Perspektive — und findet oft einfachere, wirtschaftlichere Lösungen.

Ähnliches Vorhaben?

Lassen Sie uns in einem unverbindlichen Sparring prüfen, ob der rein-elektrische Ansatz auch für Ihr Projekt funktioniert.