All-Electric-Gebäude: Einfache Technik, maximale Einsparung

Die Zukunft der Gebäudeenergie ist überraschend einfach: Strom vom Dach, Wärme von der Wand, Mobilität aus der eigenen Wallbox. Was nach Zukunftsmusik klingt, ist längst technisch ausgereift und wirtschaftlich überlegen. Das All-Electric-Gebäude verzichtet auf fossile Brennstoffe, auf komplexe Heizungsanlagen und auf die damit verbundenen Wartungskosten – und setzt stattdessen auf ein System, das mit wenigen Komponenten mehr leistet als konventionelle Technik.
Die Infrarotheizung: Einfach, effizient, unterschätzt
Infrarotheizungen gehören zu den am meisten unterschätzten Technologien der Wärmewende. Dabei sprechen die Fakten eine klare Sprache: Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP (September 2024) hat in sogenannten Zwillingshäusern – zwei baugleichen Einfamilienhäusern – den Energieverbrauch von Infrarotheizungen mit einer Gasbrennwerttherme verglichen. Das Ergebnis ist eindeutig.
32 Prozent weniger Endenergie verbrauchte das Gebäude mit Infrarotheizung im Vergleich zur Gasbrennwerttherme – bei identischem thermischem Komfort.
Der Grund liegt in der Physik: Während konventionelle Heizsysteme Wärme erzeugen, über Rohrleitungen verteilen und dabei erhebliche Verluste produzieren, wandelt die Infrarotheizung Strom direkt in Strahlungswärme um – ohne Erzeugungs- und Verteilverluste. Die Nutzenergie beider Systeme war nahezu identisch (1.267 kWh vs. 1.305 kWh), doch die Gasheizung benötigte 1.876 kWh Endenergie, um dasselbe Ergebnis zu erzielen.
CAPEX: Bis zu 70 % geringere Investitionskosten
Der wirtschaftliche Vorteil beginnt bereits bei der Anschaffung. Die folgende Tabelle zeigt den Vergleich der Investitionskosten für ein typisches Einfamilienhaus:
| Heizsystem | Investitionskosten (CAPEX) | Wartungskosten/Jahr | Lebensdauer |
|---|---|---|---|
| Gasbrennwerttherme | 15.000 – 25.000 € | 300 – 500 € | 15 – 20 Jahre |
| Wärmepumpe (Luft-Wasser) | 20.000 – 35.000 € | 150 – 300 € | 15 – 20 Jahre |
| **Infrarotheizung** | **5.000 – 8.000 €** | **0 €** | **20 – 30 Jahre** |
Die Infrarotheizung benötigt keine Rohrleitungen, keinen Heizungskeller, keinen Schornstein und keine jährliche Wartung. Die Installation beschränkt sich auf die Montage der Paneele und den Stromanschluss – ein Elektriker erledigt das in wenigen Stunden. Keine beweglichen Teile bedeuten: keine Verschleißteile, keine Schornsteinfeger-Kosten, keine Störungen.
OPEX: Betriebskosten, die sich rechnen
Bei den laufenden Kosten kommt der entscheidende Hebel ins Spiel: die eigene Photovoltaikanlage. Wer Infrarotheizung mit PV kombiniert, heizt zu großen Teilen mit eigenem Solarstrom – zu Gestehungskosten von 8 bis 12 Cent pro Kilowattstunde statt 30 bis 35 Cent aus dem Netz.
Rechenbeispiel für ein saniertes Einfamilienhaus (140 m²):
- Jahresverbrauch Infrarotheizung: ca. 5.000 – 7.000 kWh
- Davon PV-Eigenverbrauch (ca. 40 %): 2.400 kWh × 0,10 €/kWh = 240 €
- Restlicher Netzbezug (ca. 60 %): 3.600 kWh × 0,32 €/kWh = 1.152 €
- Gesamte Heizkosten: ca. 1.392 €/Jahr – ohne jede Wartung
Zum Vergleich: Eine Gasheizung verursacht bei aktuellen Gaspreisen rund 1.500 – 2.000 € Brennstoffkosten plus 300 – 500 € Wartung pro Jahr. Die Wärmepumpe liegt bei 800 – 1.200 € Stromkosten plus Wartung. Die Infrarotheizung ist damit auf Augenhöhe – bei einem Bruchteil der Investition.
Das All-Electric-Konzept: Drei Komponenten, ein System
Das All-Electric-Gebäude verbindet drei Technologien zu einem integrierten Energiesystem:
1. Photovoltaik auf dem Dach – erzeugt den Strom, der alles antreibt. Eine typische 10-kWp-Anlage produziert rund 10.000 kWh pro Jahr und deckt damit Heizung, Warmwasser, Haushaltsstrom und E-Mobilität zu einem erheblichen Anteil ab.
2. Infrarotheizung an Wand und Decke – wandelt den Solarstrom verlustfrei in behagliche Strahlungswärme um. Keine Rohre, keine Pumpen, keine Wartung. Die Paneele sind flach, leise und in wenigen Stunden installiert.
3. Ladeinfrastruktur für E-Mobilität – die Wallbox macht das Gebäude zur Tankstelle. Wer morgens mit Solarstrom lädt, fährt für 3 bis 5 Euro pro 100 Kilometer. Bidirektionales Laden ermöglicht es zusätzlich, das E-Auto als Batteriespeicher zu nutzen und Lastspitzen abzufedern.
CO₂-Bilanz: Heute schon besser als Gas
Die Fraunhofer-Studie zeigt: Selbst mit dem aktuellen deutschen Strommix liegt die CO₂-Bilanz der Infrarotheizung nur noch 4 Prozent über der Gasheizung (482 vs. 463 kg CO₂eq. im Messzeitraum). Mit jeder weiteren Windkraftanlage und jedem Solarpanel im Netz verbessert sich diese Bilanz automatisch – während die Gasheizung bei ihren Emissionen stehen bleibt.
Wer zusätzlich eine eigene PV-Anlage betreibt, erreicht bereits heute eine nahezu klimaneutrale Beheizung. Das All-Electric-Gebäude wird damit zum aktiven Baustein der Energiewende – nicht durch Verzicht, sondern durch intelligente Technik.
Warum wir das anbieten
Bei REVOLUTION E begleiten wir Unternehmen und Gebäudeeigentümer auf dem Weg zum All-Electric-Gebäude. Unsere Erfahrung zeigt: Die größte Hürde ist nicht die Technik – sie ist denkbar einfach. Die größte Hürde ist das Umdenken: weg von komplexen Heizsystemen mit Brenner, Kessel und Schornstein, hin zu einer Lösung, die mit Strom, Sonne und Strahlung arbeitet.
Unser Angebot umfasst:
- Gebäude-Quick-Check: Analyse des Ist-Zustands und Potentialbewertung
- Wirtschaftlichkeitsberechnung: CAPEX/OPEX-Vergleich für Ihr konkretes Objekt
- Systemplanung: PV + Infrarotheizung + Ladeinfrastruktur als Gesamtkonzept
- Umsetzungsbegleitung: Von der Planung bis zur Inbetriebnahme
Quellen:
- Fraunhofer IBP / IG Infrarot Deutschland e.V.: „Messtechnischer Vergleich des Heizenergieverbrauchs eines konventionell beheizten Einfamilienhauses mit einem Gebäude mit Infrarotheizung", September 2024
- Umweltbundesamt: CO₂-Emissionsfaktoren für den deutschen Strommix, 2023
- IG Infrarot Deutschland: Studien der TU Dresden zur Potentialbewertung von Infrarotheizungen, 2023/2024
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